Berggasthaus Chäller Tunetschalp - abseits vom Trubel


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Der Chalchofe

Der Kalkofen (Chalchofe) von Tunetsch

ist ein Zeuge aus vergangenen Zeiten. und soll der Nachwelt erhalten bleiben.

Ab der Tunetschalp (1400 m.ü.M) erreicht man den Kalkofen (1670 m.ü.M) anfangs auf breiten Wanderwegen, vorbei an der Kapelle, dann auf Graspfaden in zirka 55 Minuten.

Der freigelegte Kalkofen zeugt von einem ausgestorbenem Gewerbe. Kaum jemand weiss heute noch, wie mühsam und aufwändig früher die Herstellung von Kalk als Baumaterial war. Hier erfährt man die Geschichte, wie früher Kalkstein gebrannt wurde, um daraus Kalkpulver herzustellen. Dieses Pulver wurde dann als Kalkmörtel und Kalkputz, als einziges Bindemittel für die Mauern der alten Walliser Häuser verwendet.

Der Kalkofen wurde im Jahre 1988 von René Zuber wiederentdeckt und im selben Jahr von Mai bis August von einer Gruppe Freiwilliger ausgegraben und fachmännisch restauriert. Zum Schutz wurde er überdacht. Am 31. August 1988 wurde das Werk in einer würdigen Einweihungsfeier vollendet.

Gemäss mündlichen Überlieferungen hat der Ofen vermutlich bereits in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts gebrannt. Der letzte Kalkbrenner war Amadeus Imesch (1834-1905). Danach wurde der Betrieb wegen der aufkommenden industriellen Fabrikation des Kalkes eingestellt.

Der Steinofen ist tief in den Boden eingemauert und hat beachtliche Ausmasse. Der Innendurchmesser beträgt 3,1 m, die Mauerdicke 1,4 m, die Höhe 4,2 m und fasst ca. 28-30 t rohen Kalkstein sowie 80-85 Ster Brennholz. Ein 5,5 m langer unterirdischer Zugangsstollen führt zum Feuerloch (= Schürloch). Zum Befüllen wurden etwa 10 Tage Arbeitszeit benötigt. Die Brenndauer betrug zirka 8-11 Tage bei etwa 1000 - 1100 °C. Das Kalkband findet man noch gut erkennbar 30 - 50 m oberhalb der Brennstelle.

Zum Transport wurde der “Branntkalk” in Holzfässer gefüllt und auf Schlitten auf einem steilen Weg ins Tal befördert. Dort wurde er dann bis zur Verwendung gelagert.

Warum wurde der Kalk weitab vom Verwendungsort oder der Baustelle gebrannt? Die Antwort ist einfach. Durch das Brennen verliert der rohe Kalkstein ca. 45 % seines Gewichts, was den Transport wesentlich erleichterte. Ausserdem wurde eine grosse Menge Holz benötigt, das sich im Wald direkt in der Umgebung des Ofens befand.

Am Wanderweg erklären verschiedenen illustrierte Infotafeln den Hausbau und die Kalkherstellung. Für Natur-und Kulturverbundene Interessierte bietet sich hier die Gelegenheit, sich in frühere Zeiten zurückzuversetzen, verbunden mit einer Wanderung oder Exkursion.

Literaturnachweis:
Alle Angaben stammen aus dem Büchlein “Der Chalchofe von Tunetsch”, verfasst 1988 von Dr. med. Beat Imesch, Mörel.
Zusammenfassung von Herbert Scherer, Triengen im September 2016

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